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Man weiß mittlerweile, dass Frauen genauso leicht einen Herzinfarkt bekommen wie Männer, allerdings erst in höherem Alter. Dann nämlich, wenn die Wechseljahre eintreten und sich der Hormonhaushalt ändert. Daher verschrieben Ärzte lange Zeit Hormonpräparate. Sie sollten nicht nur die Beschwerden der Wechseljahre lindern, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Bis mehrere wissenschaftliche Studien belegten, dass die Hormoneinnahme das Risiko für Brustkrebs, Schlaganfall, Thrombose und Herzinfarkt nicht senkt, sondern erhöht. Und die Gefahr ist umso größer, je länger sie eingenommen werden. Die Deutsche Herzstiftung rät deshalb, Nutzen und Risiken gut abzuwägen: „Hormone sollten nur noch bei schweren Wechseljahresbeschwerden zum Einsatz kommen", erklärt Dr. Christa Gohlke-Bärwolf vom Herz-Zentrum Bad Krozingen.
Nach derVeröffendichung der Studien ist in Deutschland die Hormonverordnung rückläufig. Allerdings nehmen noch immer viele Frauen über lange Zeit Hormone ein. Um die Gründe dafür zu beleuchten, beauftragte die AOK die Arbeits- und Koordinierungsstelle Gesundheitsversorgungsforschung der Universität Bremen mit einer Interview-Studie unter Frauen. Die wichtigsten Ergebnisse: Viele Frauen fühlten sich von ihren Ärzten unzureichend über die Risiken informiert. Oft führte das Gespräch über die Wechseljahre automatisch dazu, dass Hormonpräparate verordnet werden, wobei meist nicht genügend über die Dauer der Einnahme diskutiert wurde. Einige Frauen schilderten, dass sie ihren Wunsch, die Hormone wieder abzusetzen, gegen den Widerstand des Arztes durchsetzen mussten. „Es fand bei meinem Arzt kein Informationsgespräch über die Risiken der Hormoneinnahme statt", beschreibt auch eine 55-jährige Studienteihiehmerin aus Bremen ihre Erfahrungen. Der Arzt habe seine Verordnung damit begründet, dass sie in ihrem Alter reif für Hormone sei. Das sei ein Erfahrungswert. Frauen tun also gut daran, ihren Arzt zu fragen, ob die Einnahme von Hormonen Das deutsche Bundesarzneimittelgesetz schreibt seit 2004 geschlechtsspezifische Arzneimitteluntersuchungen vor. Aber im Schnitt vergehen zehn Jahre, bis ein neues Medikament auf den Markt kommt. Es wird also noch einige Zeit dauern, bis die Ergebnisse in den Packungsbeilagen auftauchen. |